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Als ich erwachte - Ein Roman in zwei Ebenen

21.12.2018

Klappentext : Eines Morgens erwacht Katharyn in einem fremden Bett. Neben ihr liegt ein gut aussehender Mann, der behauptet, ihr Ehemann zu sein. Doch sie ist nicht verheiratet, sondern alleinstehend und stolze Inhaberin einer Buchhandlung. Auch die Kinder, die ins Schlafzimmer stürmen, kennt sie nicht. Dieser Traum lässt sie nicht los, denn immer wieder kehrt sie nachts zu der fremden Familie zurück. Katharyn bleibt keine Wahl: Sie muss herausfinden, in welches Leben sie gehört – doch wird sie die Wahrheit ertragen?

Dieses Buch hat mich völlig in seinen Bann gezogen. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die als Buchhändlerin arbeitet und ein recht geruhsames, ereignisloses Leben führt. Bis sie plötzlich anfängt, nachts sehr realistisch und ausführlich von einem anderen Leben zu träumen. In diesem Leben ist sie verheiratet, hat Kinder und ein großes Haus und bewegt sich in völlig anderen Kreisen.

Diese Träume werden immer häufiger, länger und beängstigender, bis sie anfängt, an ihrem Verstand zu zweifeln. Man fragt sich: Was ist real, was nur geträumt, bis schließlich die Handlung in einem aufregenden Ende gipfelt. In dieser Geschichte geht es Selbstbetrug und Zweifel, es geht um Freundschaft und Verbundenheit und es geht um die Kraft der Liebe.

Absolut faszinierend!

Noch eine kurze Leseprobe :

Das hier ist nicht mein Schlafzimmer.

Wo bin ich? Während ich mir eine fremde Bettdecke bis ans Kinn ziehe, versuche ich angestrengt, meine Gedanken zu ordnen. Doch ich kann mir nicht erklären, weshalb ich mich an diesem Ort befinde.Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich Mittwoch-abend mein Schlafzimmer in einem hellen, satten Gelb ge-strichen habe. Ich weiß noch, dass Frieda, die mir ihre Hilfe angeboten hatte, sich ziemlich kritisch über meine Farbwahl äußerte. »Zu viel Sonnenschein für ein Schlafzimmer«, stellte sie in dem ihr eigenen Besserwissertonfall fest. »Wie willst du an düsteren Tagen jemals ausschlafen?«Ich tauchte den Pinsel in den Farbeimer, streifte sorgfältig die überschüssige Farbe ab und kletterte die Trittleiter hoch. »Genau darum geht es«, erklärte ich Frieda. Nach vorn ge-beugt strich ich sorgfältig entlang der hohen, schmalen Fens-terrahmen.Sollte ich mich nicht daran erinnern, was als Nächstes pas-sierte? Merkwürdigerweise tue ich das nicht. Ich erinnere mich nicht, wie wir den Abend mit Streichen verbrachten und schließlich von der Zimmermitte aus unser Werk be-wunderten. Ich erinnere mich nicht daran, dass ich mich bei Frieda für ihre Hilfe bedankt und mich von ihr verabschiedet hätte. Ich weiß nicht mehr, wie ich in dem sonnenfarbenen Zimmer eingeschlafen bin, den stechenden Geruch von fri-scher Farbe in der Nase. Doch ich muss das alles getan ha-ben, denn hier liege ich nun. Und angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem Hier nicht um mein Zuhause handelt, schlafe ich offensichtlich noch.


Cynthia Swanson "Als ich erwachte" Diana Verlag

 

Quelle : "https://www.randomhouse.de/leseprobe/Als-ich-erwachte/leseprobe_9783453358980.pdf"

 

 
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