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Das Etwas andere Buch über Wörter oder "Könnte auch von Walter Moers sein"
Vorpahl war es schon seit langer Zeit ein Anliegen dieses Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. So verwirklichte er nun beides und tat gut daran. Ich kann Frau Schwarz nur beipflichten.
»Wer die Bücher von Walter Moers schätzt, für den könnte der Wortschatz ein echter Geheimtipp sein. […] Mir hat diese Geschichte wirklich gut gefallen. Sie sprudelt nur so über vor Fantasie, auch vor Liebe zur Sprache und zu Worten.«
--Bianca Schwarz, HR2 KULTUR
Die, ich möchte nicht sagen Ähnlichkeit, aber die Form erinnern an Walter Moers zu seinen besten Zeiten. Der Überschwang der Phantasie und kreativen Wortschöpfunge reist mit. Gerade als Vorlesebuch eignet es sich besonders. Für den einen oder anderen jüngeren Zuhörer mag sich nicht jedes Wortspiel erschließen, ein Genuß ist es allemal.
Der Klappentext beschreibt es ganz gut :"In diesem Buch begegnest Du einem Wort, das seinen Sinn verloren hat. Auf seiner fantastischen Reise durch die Welt der Sprache versucht es, ganz auf sich allein gestellt, diesen wiederzufinden. "Wir dürfen die Menschen nicht nur verteufeln. Wir brauchen sie, sie lesen und schreiben uns. Sie lassen uns existieren." Diesen Satz des Vaters kann das Wort nicht glauben. Als es jedoch dazu gezwungen ist, sich auf eine ungewisse Suche durch das Reich der Worte zu begeben, erkennt es erst, wie sehr gerade dieser Satz für das kleine Wort selbst von Bedeutung ist."
Auf seiner Reise findet das Wort viele Freunde, aber auch Feinde und schlußendlich seinen Sinn und seine Bestimmung. Es ist ausserordentlich schwer die Faszination dieses Werkes in einfache Sätze zu gießen. Gerade die unkonventioneller Nutzung von "Satzzeichen" in ihrer reinen Symbolik bringen mich an die Grenzen der Formulierungskunst. An einem Beispiel möchte ich dies kurz erläutern. Den kleinen Spoiler bitte ich mir zu verzeihen.
Das Wort (noch ohne Namen) hat einen oder besser zwei Gegenspieler welche auf der Suche nach ihm sind. Just in einem Moment höchster Zufriedenheit wird das Wort von diesen beiden entdeckt und in die Zange genommen.
Vorpahl wählt hier das Bild der beiden Klammern. Diese schließen das Wort ein (WORT). Es kann nicht mehr entkommen, aus seinen Klammern ausbrechen. Dieses Ein/Ausklammern ist ein wunderschönes Bild für das, was passiert. Wie könnte man es besser ausdrücken?
Derartige Symboliken werden viel und lustvoll genutzt. Für Freunde der Wortverdreherei und des Hintersinns ein Hochgenuß.
Mir ist klar, daß es kein Buch für jedermann ist. Ganz sicher ist es keine Hochliteratur. Es ist eine kurzweilige Geschichte die mich dazu gebracht hat wieder über die Bedeutung der Wörter die wir so achtlos benutzen nach zu denken.
Wer zulässt in einem absurden Universum aufzuwachen und Worten zugesteht verdreht zu werden (ESEL :)) der wird belohnt. Wer sich damit nicht anfreunden kann ist ggf. bei Walter Moers und der Stadt der träumenden Bücher besser ausgehoben (übrigens auch eine eindeutige Leseempfehlung).
Elias Vorpahl "Der Wortschatz" Lovelybooks



