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Pénélope Bagieu - Hexen Hexen
Roald Dahl, das ist doch ein alter Hut mag man denken. Dennoch hat sich der Verlag "Reprodukt" an ihn erinnert und eines seiner besten Werke neu herausgebracht. Hexen hexen, illustriert von Pénélope Bagieu, ist ein herausragender Comic - ja ein Comic. Oder besser geagt eine Graphic Novel. In Deutschland eher unbekannt ist Frau Bagiue in Frankreich eine feste Größe. Ihr aussergwöhnlicher Zeichenstil bleibt im Gedächtnis und transportiert die Handlung hervorragend. 
Für alle, dei weder Buch noch Verfilmung kennen, eine kurze Zusammenfassung :
Das Buch erzählt aus der Perspektive eines Ich-Erzählers die Geschichte eines Jungen, der bei seiner Großmutter in Norwegen lebt. Sie erzählt ihm von „echten Hexen“, die ganz anders sind als im Märchen: Echte Hexen haben keine Haare, keine Zehen, haben Krallen statt Fingernägeln, große Nasenlöcher und blaue Spucke. Das wirklich Unheimliche an Hexen ist, dass sie wie ganz normale Frauen aussehen können.
Hexen hassen Kinder und ihr Lebenssinn besteht darin, diesen aufzulauern und sie zu verzaubern. Die Großmutter erzählt von Kindern, die verschwanden und sogar von Hexen verwandelt wurden. Sie erläutert, woran man eine Hexe erkennt und wie man sich vor ihr schützen kann. So muss man z. B., um vor dem Geruchssinn einer Hexe geschützt zu werden, schmutzig sein, oder man sieht einer verdächtigen Frau in die Augen und die Pupillenfarbe ändert sich regelmäßig.
Als seine Eltern sterben, ziehen die beiden nach England. Während er ein Baumhaus baut, versucht eine Frau ihn dazu zu bringen, zu ihr zu kommen, damit sie ihm eine Schlange schenken kann. Doch er bleibt von ihr fern, bis sie verschwindet. Die Frau war eine Hexe und er hat sich an die Warnungen gehalten.
Eines Tages machen sie Urlaub in einem Hotel, weil die Großmutter eine Lungenentzündung erlitten hatte. Der Junge will seinen weißen Mäusen Kunststücke beibringen und versteckt sich im Festsaal des Hotels. Kurz darauf kommt die KGVK (Königliche Gesellschaft zur Verhinderung von Kindesmisshandlungen), die aus hunderten von Frauen besteht. Hinter einem Wandschirm versteckt sieht er, dass die Frauen in Wahrheit Hexen sind und die Gesellschaft nur Tarnung ist. Er ist mitten in einem Hexenkongress aufgetaucht und er sieht die Hoch- und Großmeisterhexe. Sie verkündet den Plan, alle Kinder Englands mit einem Zaubertrank in Mäuse zu verwandeln, sodass diese dann unwissentlich von ihren Lehrern als Ungeziefer erschlagen würden.
Bald darauf tarnen sich die Hexen wieder, um den kleinen Bruno hereinzulassen. Die Großmeisterhexe hat ihn mit dem Versprechen von Schokolade angelockt, um die Wirkung ihres Zaubertranks zu demonstrieren. Vor den Augen aller Hexen wird Bruno erfolgreich in eine Maus verwandelt. Als der Ich-Erzähler versucht, zu entkommen, wird er entdeckt und ebenfalls in eine Maus verwandelt. Zum Glück sind seine Stimme und sein Wesen erhalten geblieben, ebenso bei Bruno. Zusammen gelingt es den beiden, bis zur Großmutter zu kommen. Alle drei wollen verhindern, dass den anderen Kindern Englands das gleiche Schicksal widerfährt. Der Junge und seine Großmutter hecken einen Plan aus: Die Großmutter lässt von ihrem Balkon aus den Jungen an einem Strickstrumpf in das Zimmer der Hoch- und Großmeisterhexe hinunter, welches genau unter ihrem ist, um den Zaubertrank zu stehlen, was auch gelingt. Danach schummelt der Junge sich mit dem Zaubertrank in die Hotelküche und versetzt damit das Abendessen der Hexen. So werden alle Hexen (einschließlich ihrer Anführerin) in Mäuse verwandelt und von dem Hotelpersonal erschlagen. Die Kinder von England sind gerettet. Bruno bleibt eine Maus und kehrt als solche zu seiner Familie zurück.
Der Junge zieht mit seiner Großmutter nach Norwegen zurück, wo die zwei einen neuen Plan schmieden: Sie wollen den Mäusemacher selbst herstellen, von Land zu Land reisen, um die Welt endlich von der gesamten Hexengesellschaft zu befreien.
Doch zurück zum Buch...
Leider verbietet es sich aufgrund von Urheberrechten hier Illustrationen einzufügen. Der Verlag stellt aber dankenswerterweise reichlich Material auf seine Internetseiten. Ich kann nur empfehlen einen Blick zu riskieren. Auch das restliche Programm kann sich sehen lassen. Nicht umsonst wurde reprodukt mehrfach ausgezeichnet.



