Sachbuch
Neue Wahrheiten über Tiere - July Cooke
Das durchaus unterhaltsame aber auch im Besten Sinne aufklärende Buch unterteilt sich in dreizehn Kapitel auf die jeweils einem Tier gewidmet sind. Sebstverständlich ist auch das Lieblingstier der Autorin, das Faultier, mit dabei.
Im einzelnen widmen sich die Kapitel Hyäne, Geier, Fledermaus, Frosch, Storch, Flusspferd, Elch, Panda, Pinguin, Schimpanse, Aal, Biber und schon ober erwähnt dem Faultier.
Die Einleitung eines jeden Kapitels ist ein wissentschaftliches Zitat aus der Vergangenheit, das zeigt wie falsch die Wahrnehmung in früheren Zeiten war. Hier sei auch auf Julius Cäsars "Gallischer Krieg" verwiesen.
Daneben gibt es Tiere, die Elche genannt werden. Sie sehen ähnlich aus wie Ziegen und haben auch ein buntes Fell. Sie sind jedoch etwas größer als Ziegen, haben stumpfe Hörner und Beine ohne Gelenkknöchel. Sie legen sich zur Ruhe nicht nieder und können nicht wieder auf die Beine kommen oder sich wenigstens vom Boden erheben, wenn sie zufällig zu Fall kommen und stürzen. Sie benutzen daher Bäume als Ruhestätten; daran lehnen sie sich und können so, etwas zur Seite geneigt, ausruhen. Wenn Jäger aus ihren Spuren herausfinden, wohin sie sich gewöhnlich zur Ruhe zurückziehen, untergraben sie von den Wurzeln her alle Bäume an dieser Stelle oder schneiden sie nur so weit an, daß der Eindruck erhalten bleibt, als stünden die Bäume fest. (5) Wenn sich die Tiere nach ihrer Gewohnheit daran lehnen, bringen sie mit ihrem Gewicht die ihres Halts beraubten Bäume zu Fall und stürzen zusammen mit ihnen um.
Selbst damals hätte einem aufmerksamen Beobachter auffallen können, daß dies vollkommener Unsinn ist.
Aber zurück zum Buch. Mit solchen Unwahrheiten räumt die Autorin gründlich auf und vermittelt faszinierende Einblicke in das wahre Leben der Tiere.
Ein weiteres Beispiel sei hier genannt :
Der Geier :
„Der Adler greift seine Feinde oder seine Opfer im Zweikampf an … Geier hingegen rotten sich zusammen wie feige Mörder und sind eher Räuber als Krieger, eher Vögel des Gemetzels als Greifvögel …“ (Conte de Buffon, 1793)"
Auch hier wird die wahre Lebensweise ausführlich erläutert und selbst dem zoologisch uninteressierten Leser die Augen geöffnet. Dem Faultier nimmt sich Frau Cooke in besonderer Weise an. Es ist zu bemerken, wie sehr sie dieses so unterschätzte Lebewesen fasziniert.
Frühe Entdecker betitelten das Faultier als das "das dümmste Tier, das man auf der Welt finden kann". Ganz klar wurde hier eine Verbindung zwischen Geschwindigkeit und Intelligenz gezogen. Was für ein Trugschluß. Beweisen doch, wie die Autorin ausführt, die 64 Millionen Jahre Existenz der Faultiere, daß sie eines der erfolgreichsten Säugetiere unseres Planeten sind.
Und wer hätte gedacht, daß ein Faultier bis zu fünfzig Tage braucht, um seine Nahrung zu verdauen und auszuscheiden?
Man bemerkt schon, es ist kein reines Fachbuch, keine wissenschaftliche Abhandlung zur Korrektur historischer Irrtümer. Es ist ein Lesevergnügen, das wisentschaftlich fundierte Hintergründe liefert und mit vielen bis heute fest verwurzelten Irrtümern aufräumt. Auch wenn es zu naheliegend klingt, gerade das Sexualleben der titelgebenden Tiere ist oft spannend und erstaunlich zugleich.
Schlißen möchte ich mit einem Satz aus dem Vorwort :
"Wir Menschen haben das Atom gespalten, sind zum Mond geflogen und haben das Higgs-Teilchen entdeckt, aber was das Verständnis von Tieren betrifft, haben wir noch einen weiten Weg vor uns."
Dem ist Nichts hinzuzugfügen...
Lucy Cooke - "Die Erstaunliche Wahrheit Über Tiere" Malik



